Das neue Johann Strauss Museum zelebriert den Walzerkönig anlässlich des Festjahres und konnte bereits zahlreiche Besucher faszinieren
Wien, die Stadt des Walzers, feiert ihren berühmtesten Sohn – und tut dies nicht im Gestus ehrwürdiger Rückschau, sondern mit einem rauschenden Blick nach vorn. Zwei Jahrhunderte nach der Geburt von Johann Strauss erklingt im neuen Johann Strauss Museum eine multimediale Symphonie, die ebenso Historie wie Gegenwart ist: „JOHANN STRAUSS – NEW DIMENSIONS“ heißt die Ausstellung, die seit ihrer Eröffnung im November 2024 bereits über 20.000 Besucherinnen und Besucher in ihren Bann gezogen hat.
Es ist kein traditionelles Museum, das sich hier zwischen Wiener Staatsoper und Naschmarkt etabliert hat, sondern ein Erlebnisraum, der die Geschichte des Walzerkönigs in sieben Akten aufführt – von den feurigen Geigentönen des Vaters bis zum digital erstrahlenden Nachhall der Strauss-Dynastie. Wer durch die Räume wandelt, betritt ein Zeitpanorama, in dem Revolutionen aufflammen, Operetten über die Bühne wirbeln und Donauwellen in blauem Licht schimmern.
Der erste Akt führt zurück ins Jahr 1825, als der Vater, der legendäre „Teufelsgeiger“, die Tanzsäle der Donaumetropole revolutionierte. Die folgenden Akte erzählen von den politischen Unruhen von 1848, von romantischen Eskapaden in Russland, von der Geburt des „Donauwalzers“, der Wien zur klingenden Weltstadt machte. Ehefrauen, Rivalitäten, Triumphe und Tragödien: Strauss’ Leben entfaltet sich wie eine Partitur, deren Spannungsbogen bis zum sechsten Akt reicht – dem Tod 1899 und der schmerzlichen Vernichtung vieler Manuskripte durch seinen Bruder Eduard.
Doch der letzte Akt erhebt Strauss endgültig in den Rang des Unvergänglichen. In einem Raum mit 5,50 Meter hohen Wänden flutet die Musik als visuelle und akustische Welle über die Besucherinnen und Besucher hinweg. Hier zeigt sich Strauss als das, was er einst war und heute wieder ist: ein Popstar seiner Zeit, ein Meister des Tanzes, dessen Rhythmen noch immer den Puls der Stadt bestimmen.
Ein Höhepunkt der Schau ist die „Komponiermaschine“ – ein verspieltes, beinahe magisches Instrument, das die Gäste selbst in den Schaffensprozess eintreten lässt. Mit Drehknöpfen, die wie Walzertakte zu schwingen scheinen, formen sich auf einem Bildschirm Notenfolgen, bis schließlich ein eigener Walzer erklingt. Wer möchte, nimmt sein Werk als Audiodatei mit nach Hause – ein klingendes Souvenir, das den Walzerkönig in das digitale Zeitalter verlängert.
„Wie ein Strauss-Walzer, der durch die Tanzsäle und Konzertsäle der Welt schwebt, entfacht diese Maschine die Kreativität“, sagt Kurator Peter Hosek, der mit seinem Team aus der Ostrich Eventagentur GmbH und der WKE Konzert- und Eventveranstaltungs GmbH für Konzept und Umsetzung verantwortlich zeichnet.
Das Johann Strauss Museum, beheimatet im ehemaligen Kleinen Haus der Kunst, hat damit nicht nur einen neuen Kulturort geschaffen, sondern ein Gesamtkunstwerk, das Tradition und Moderne in einzigartiger Weise verschränkt. Wien hat Strauss zurück in seine Mitte geholt – und lässt ihn in neuem Glanz über die Tanzfläche der Gegenwart schweben.
„JOHANN STRAUSS – NEW DIMENSIONS“ ist ein privat finanziertes, ganzjähriges Highlight des Johann Strauss Festjahres 2025.
Mehr Informationen zum Johann Strauss Museum und der Ausstellung „JOHANN STRAUSS – NEW DIMENSIONS“ sind unter http://www.johannstraussmuseum.at/de zu finden.
JOHANN STRAUSS – NEW DIMENSIONS
Johann Strauss Museum | Friedrichstraße 7, 1010 Wien
Dauerausstellung
Ticketpreis: ab 25 Euro





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